Digitaler Gottesdienst zum 34. Sonntag im Jahreskreis - Christkönigssonntag - 22.11.2020

Begrüßung und Einführung

► Zum Anhören: 

Ich grüße Sie herzlich zum Gottesdienst am Christkönigssonntag. Das Fest entstand nach den Gräueln des 1. Weltkrieges. Angesichts all der Führer, die ihre Völker in den Untergang geführt hatten, sollte Christus als ein König des Friedens und der Lebendigkeit gefeiert werden.
Das Fest erinnert uns an unsere eigene königliche Würde als Mensch. Stellen Sie sich, wenn Sie mögen, einen Moment aufrecht und selbstbewusst hin. Stellen Sie sich vor, dass Sie zu sich stehen, wie sie sind. Dann spüren Sie etwas vom Festgeheimnis des heutigen Sonntags.

Kreuzzeichen

Beginnen wir im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

GL392

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Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren,
lob ihn, o Seele, vereint mit den himmlischen Chören.
Kommet zuhauf, / Psalter und Harfe, wacht auf,
lasset den Lobgesang hören!

Tagesgebet

► Zum Anhören: 

Gott,
in deinem Sohn hast du uns
das Bild eines königlichen Menschen vor Augen gestellt.
Befreie uns von allem,
was unsere Würde einschränkt.
Hilf uns,
die Würde der anderen zu achten.
Darum bitten wir Christus, unseren Bruder und Herrn.

Aus dem Buch Ezechiel

Ez 34, 11-12.15-17a

► Zum Anhören: 

So spricht GOTT, der Herr:
Siehe, ich selbst bin es,
ich will nach meinen Schafen fragen
und mich um sie kümmern.
Wie ein Hirt sich um seine Herde kümmert
an dem Tag,
an dem er inmitten seiner Schafe ist, die sich verirrt haben,
so werde ich mich um meine Schafe kümmern
und ich werde sie retten aus all den Orten,
wohin sie sich am Tag des Gewölks
und des Wolkendunkels zerstreut haben.
Ich, ich selber werde meine Schafe weiden
und ich, ich selber werde sie ruhen lassen –
Spruch GOTTES, des Herrn.
Die verloren gegangenen Tiere will ich suchen,
die vertriebenen zurückbringen,
die verletzten verbinden,
die schwachen kräftigen,
die fetten und starken behüten.
Ich will ihr Hirt sein
und für sie sorgen, wie es recht ist.
Ihr aber, meine Herde – so spricht GOTT, der Herr –,
siehe, ich sorge für Recht zwischen Schaf und Schaf.

Ich höre, was mir der Text für mein Leben und Glauben sagen kann

► Zum Anhören: 

Rabbi Bunam sprach zu seinen Schülern:
Jeder von euch muss zwei Taschen haben,
nach Bedarf in die eine oder andere greifen zu können:
in der rechten liegt das Wort:
„Um meinetwillen ist die Welt erschaffen worden",
und in der linken: „Ich bin Erde und Asche."

  • Die kleine Anekdote aus den chassidischen Geschichten von Martin Buber zeichnet unnachahmlich die Spannung nach, in der wir als Menschen leben. Wir Menschen sind wunderbare Geschöpfe, stolz, voller Würde, intelligent genug, die Welt zu erforschen und zu handhaben, und gleichzeitig zutiefst verletzbar, angreifbar und am Ende sterblich. Diese Ambivalenz zu durchleben und gleichzeitig, so gut wir es vermögen, zusammenzuhalten, macht die Kunst eines guten Lebens aus.

  • Ich weiß aus eigener Erfahrung, was mit mir geschieht, wenn ich die beiden Pole nicht mehr zusammenhalte. Ich kenne das Gedankenkarussell, das mich quält, wenn ich den Eindruck habe, mich angreifbar gemacht zu haben, einer Herausforderung nicht gewachsen zu sein, meine körperliche Schwäche deutlich zu spüren. Dann bin ich nur noch „Erde und Asche", nichts anderes mehr. Ich habe keinen Zugang mehr zu meinen Ressourcen. Doch auch das Gegenteil kenne ich. Dann schätze ich meine Fähigkeiten hoch ein, verfolge meine Wünsche, und bin leicht kränkbar, wenn die anderen nicht so wollen wie ich. Denn schließlich „ist um meinetwillen die Welt erschaffen worden", oder?

  • Jesus ist für mich der Mensch, der auf eine besonders glaubwürdige Art und Weise die Spannung zwischen Verletzbarkeit und Großartigkeit integriert hat. Er wusste sich geliebt wie ein Sohn, lebte aus seiner Würde als Geschöpf Gottes, trat selbstbewusst für seine Überzeugungen ein. Und er stellte sich seinen Ängsten, unterzog sich der Folter, starb elend am Kreuz. Eines schloss das andere nicht aus. Das ermöglichte es ihm, Herr im eigenen Haus zu sein, nicht hin- und hergerissen von seinen Leidenschaften, sondern realistisch und zugleich klar. Ein wahrhaft königlicher Mensch.

  • Von einem solchen König spricht der Prophet Ezechiel. Er weiß, dass Menschen verloren, verirrt, vertrieben, verletzt und schwach sein können und selbst die Starken in Situationen geraten können, in denen sie Schutz bitter nötig haben. Seine Rede ist eine harsche Kritik an den Königen Israels, die das Volk benutzt haben für eigene Interessen. Gott, der König (und wir Christ*innen dürfen ergänzen: Jesus, der König) ist nicht so. Er heilt, schützt, sucht, verbindet die Wunden.

  • Ich gestehe: Die Königs- und Herrschaftsrhetorik, die das Fest Christkönig prägt, ist mir fremd. Doch ich lasse mich stärken und aufrichten von Jesu königlicher Würde, mit der er den Herausforderungen seines Lebens begegnet ist. Ich hoffe, dass diese Haltung – sich geliebt zu wissen und die anderen zu lieben – immer mehr Raum in mir und meinem Alltag bekommt.

GL 826

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Fürbitten

► Zum Anhören: 

Herr und Bruder Jesus Christus, in wehrloser Liebe bist du den Menschen begegnet und so zu unserem Retter geworden. Darum beten wir zu dir:

  • Für die Mächtigen in der Politik und in der Wirtschaft, aber auch für jeden von uns, der Verantwortung trägt in der Familie, in Vereinen und Initiativen. – Christus, unser König!
  • Für die Opfer von Machtgerangel und Machtmissbrauch, für alle, deren Würde missachtet und mit Füßen getreten wird. - Christus, unser König!
  • Für alle, die Wunden verbinden, Krankheiten heilen, Sterbende begleiten, Traurige trösten, Verstörten Mut machen und ungerechten Verhältnissen widersprechen. – Christus, unser König!
  • Für alle Christinnen und Christen, die zu dir gehören mit Freude und Selbstbewusstsein und manchmal auch mit Fragen und Zweifeln. – Christus, unser König!
  • Für unsere Toten, an die wir uns im Monat November besonders bewusst erinnern, und für alle, die um einen lieben Menschen trauern. - Christus, unser König!

Du bist der Herr, und sonst keiner. Du begleitest unser Leben vom ersten bis zum letzten Augenblick. Dafür danken wir dir heute und in Ewigkeit. Amen.

Vater unser

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. Amen.

Schlussgebet

► Zum Anhören: 

Gott,
was du in uns gesät hast,
das wirst du ernten,
wenn dein Tag gekommen ist,
und alles, was du begonnen hast
hier in unserer Mitte,
das wirst du auch vollenden.
Das hoffen und erwarten wir
um Jesu willen,
der unsere Zukunft geworden ist
und mit dir lebt und wirkt in Ewigkeit.

Segen

Jesu Mut beflügele unser Tun.
Gottes Geist stärke unsere Gemeinschaft.
Das Reich Gottes wachse mitten unter uns.
Es segne und begleite uns der dreieinige Gott,
der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

GL 365

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Meine Hoffnung und meine Freude, meine Stärke, mein Licht.
Christus meine Zuversicht, auf dich vertrau ich und fürcht mich nicht,
auf dich vertrau ich und fürcht mich nicht.

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