Klartext

"Ohne Konsum keine Lebensqualität" -  ist das so einfach auf einen Nenner zu bringen? Wenn man den Marketing-Strategen glaubt sicherlich. Aber ausschließlich- greift das nicht zu kurz?  

Kolumne von Pfr. Stefan Sühling in der Rheinischen Post vom 2. Juli 2022:
Am Donnerstag melden die Nachrichten, Wien sei die lebenswerteste Stadt der Welt. Im Ranking finden sich mit Frankfurt, Düsseldorf und Hamburg Städte auch in unserer Nähe, die als besonders lebenswert eingeschätzt werden. Zu einem hohen Platz in der Rangfolge tragen den Autoren zufolge die großzügige Öffnung von Geschäften, Restaurants und Museen wesentlich bei. Grundlage für die Bewertung scheint vor allem die Attraktivität dieser Städte für Besucher zu sein – für einen Wochenend-Städte-Trip, den Abend im Theater, den Einkaufsbummel als ganzheitliches Konsumerlebnis oder den Nachmittag im Museum mit besonders interessanten neuen Exponaten. Mir fällt auf – es ist in der Rangfolge ausschließlich von Großstädten die Rede und ich ahne die Botschaft: zu Leben ist eigentlich nur als konsumierendes Wesen, dass sich an urbaner Kultur erfreut, wertvoll. Und das widerstrebt mir! Selbstverständlich freue ich mich an einer gelungenen Ausstellung im Museum, höre gerne ein schönes Konzert und zu meinem Urlaubsvergnügen gehört auch der Besuch von Städten, die Geschichte und Geschichten atmen – aber das alles macht mein Leben doch nicht lebenswert. Wertvoll und damit lebenswert machen mein Leben ganz andere, alltägliche Dinge. Die Stille am Morgen, wenn ich gerade aufgestanden bin, die mir die Ruhe gibt vor dem alltäglichen Trubel einfach mit mir allein zu sein und in der Stille die Gegenwart Gottes zu ahnen und mit ihm in ein schweigendes Gespräch zu kommen – dabei beginne ich die Tiefen des Lebens und meiner Seele zu ahnen. Oder, ganz anders, die Einladung zum gemeinsamen Abend Essen mit Freunden. Neben genussvollem Essen teilen wir mit Nachdenklichkeit und Lachen die Tiefen und Höhen des Lebens. Wieder anders: der begeisterte Hinweis auf einen Roman, dessen Lektüre mir dann die Augen für eine ganz andere, neue Welt öffnet, die ich bislang nicht kannte. Oder ganz einfach der wunderbare Duft der Rosen, die sich im Bogen über dem Gartentor wölben, in dessen Schatten der Abendbrottisch gedeckt ist. Alle diese fast übersehbaren Alltäglichkeiten machen meinen Lebensort zum wirklich lebenswerten Ort der Welt.


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